Werbung

PAINTED PONIES

Wednesday, November 30, 2016 - 11:00

Ob als Model, Musikerin oder Malerin - die US-Amerikanerin Laurie Pace geht alles im Leben mit größter Leidenschaft und Herzblut an. Dank ihrer farbenfrohen Bilder ist die Künstlerin eine der gefragtesten Vertreterinnen iher Zunft und wird weltweit für ihre „Painted Ponies“ gefeiert. Im Interview mit EQUISTYLE spricht die 63-jährige über ihr Leben im „Dienste der Schönen Künste“.

Seit der Aufklärung versteht man unter dem Begriff „Kunst“ in erster Linie die Ausdrucksformen der Schönen Künste: Musik, Malerei, Literatur – eben all die Dinge, die das Leben schöner und unsere Welt um ein ganzes Stückchen besser machen. Für die US-amerikanische Malerin Laurie Pace ist die Begrifflichkeit der Schönen Künste jedoch weit mehr als Fachterminologie. Sie sind der Motor ihres Lebens und die Quelle ihrer Schöpferkraft, aus der seit nunmehr Jahrzehnten atemberaubende Kunstwerke mit einem zentralen Motiv entstehen: dem Pferd. Im Interview erzählt die 63-jährige mit deutschen Wurzeln von ihrem Leben als „Vollblutkünstlerin“, das sie auf vielleicht manchmal etwas unkonventionellen Wegen zu einer der gefragtesten Vertreterinnen ihres Gebiets gemacht hat.

 

Frau Pace, als Malerin von Pferden sind Sie eine von vielen Künstlerinnen und Künstlern, die sich auf dieses Motiv konzentrieren. Was ist das Besondere an Ihren Werken?

Ich bin international für meine „Painted Ponies“ bekannt. Ein paar Künstler haben ganz unverblümt versucht, sie zu kopieren – gelungen ist es ihnen jedoch nicht. Die „Painted Ponies“ sind meine Stimme, mein Lied und sie tragen meine Handschrift. Als Grundlage vieler meiner Bilder schreibe ich Gedichtverse, Sprichwörter oder Bibelstellen auf die Leinwände, um ihnen ein spirituelles Fundament zu geben. Außerdem sprühen meine Werke immer nur so von Farbe – Farbe ist für mich wie eine Sucht! 

 

Wie kam es überhaupt dazu, dass Sie sich für das Pferd als das zentrale Motiv Ihres Schaffens entschieden haben?

Ich bin in Texas aufgewachsen, umgeben von Pferden. Für mich sind sie die wundervollsten Geschöpfe, die Gott erschaffen hat. Über die Zeit hinweg haben die Menschen sie immer mehr gebraucht, sie missbraucht. Und dennoch folgen die Pferde ihren Besitzern bis in den Tod. Die Bewegungen der Pferde, der Rhythmus und Takt ihrer Schritte sind so stark mit den Rhythmen der Musik verbunden und ihre Erhabenheit und Anmut beeindrucken mich sehr. Ganz selten male ich auch Büffel oder Wölfe, Pferde aber gehören zu meinem Alltag als Künstlerin. 

 

Ist es nicht besonders schwierig, diese Anmut der Pferde auf die Leinwand zu projizieren?

Eigentlich nicht. Ich arrangiere die Farbe hin und her und beobachte, wo die Pferde beginnen, aufzutauchen. Es ist ein bisschen wie bei dem Phänomen der Pareidolie, bei der man in Dingen und Mustern vermeintliche Gesichter oder Gegenstände zu erkennen glaubt – etwa wie den Mann im Mond! 

 

Sie sagten, dass Farbe für Sie eine Sucht sei. Wie äußert sich diese Sucht und wie bestimmen Sie die Farben für Ihre einzelnen Bilder?

Meine Bilder müssen Farbe tragen. Selbst wenn ich versuche „ruhig“ zu malen, klappt es nicht. Die Farbpalette entscheide ich ganz spontan, je nach meiner Stimmung am Morgen beim Aufstehen. 

 

Gibt es einen Künstler, der Sie besonders inspiriert? 

Ganz klar Picasso. Der Grund dafür ist einfach: man muss sich nur seine Entwicklung und seine Veränderung anschauen. Von Realismus über Impressionismus bis hin zu Expressionismus und Abstraktheit – auf seiner Reise durch die Kunst durchlebte er die verschiedensten Abschnitte und wuchs an und mit ihnen. Diese
Reise ist der wichtigste Aspekt in der Kunst, sich mit seiner Seele zu verbinden und diese Verbindung auf der Leinwand darzustellen. Was andere darüber denken ist nebensächlich – die Vollendung liegt in einem selbst, so war es auch bei Picasso. Er erlebte seine eigene Reise, nur selten orientierte er sich an anderen Künstlern. Stillstand führt zu Langeweile und die Werke verlieren an Intensität und Spritzigkeit. Forschen und Wachsen ist ein essentieller Teil des Lebens und des Schaffens.  

 

Welche Stationen hat Ihre Reise als Künstlerin passiert?

Ich male, seit ich denken kann. Als kleines Kind war ich von den Figuren der Cartoon-Serie „Fred Feuerstein“ fasziniert und zeichnete sie immer wieder. Bereits mit elf Jahren malte ich meine ersten Gemälde, die von da an lange Zeit Menschen und Kinder im täglichen Leben zeigten. Meine Karriere als hauptberufliche Künstlerin begann etwas unkonventionell – auf ebay. Ich machte 100.000 USD jährlich durch Verkäufe auf der Auktionsseite. Aber ich hatte immer noch nicht meinen eigenen Stil gefunden. Erst nach einer Ausstellung in New York kam ich auf die Idee, Pferde zu malen. Es war wie ein Zeichen Gottes und ich folgte ihm. Von diesem Zeitpunkt an kamen Galerien auf mich zu und wollten meine Werke zeigen. Nach fünf Jahren verließ ich ebay und verkaufe seither nur noch durch Galerien oder private Aufträge. 

Stimmt es, dass Sie früher auch als Model gearbeitet haben?

Ja, das stimmt! Mit 14 begann ich zu modeln und arbeitete viele Jahre als Laufsteg-, Foto- und Werbemodel. Gleichzeitig studierte ich Kunst, Geschichte und Lehramt, gründete eine Schule für Kunst und Musik, arbeitete an meinen eigenen Werken und zog drei Kinder groß. Heute ist davon vor allem die Musik und die Kunst geblieben und natürlich meine Familie. Mit meinem Mann bin ich seit über 40 Jahren zusammen, meine Kinder wohnen alle in der Nähe und ich unterrichte eine meiner Enkelinnen zuhause. Sie ist erst sieben, aber malt bereits eindrucksvoll und verkauft ihre eigenen Werke. 

 

Zurück zu Ihrer Arbeit. Wie entstehen Ihre Gemälde?

Die Formel ist simpel: eine weiße Leinwand, ein paar Skizzen, gute Musik und der Spirit beginnt! Ich arbeite von Innen nach Außen – in den Videos auf meiner Website ist das sehr gut zu sehen. 

 

Sie hören beim Malen also Musik?

Ja! Ich spiele selbst Gitarre und Klavier, singe gerne und an besonderen Anlässen hole ich die Harfe raus. Die Musik ist meine Inspiration – jede Bewegung und jeder Takt im Gemälde reflektiert die Musik, die ich während der Arbeit höre. Ich liebe  den australischen Singer/Songwriter Andrew Swift, Jack Johnson und Bill Nash. 

 

Benutzen Sie bestimmte Materialien oder Techniken?

Ich arbeite mit einer ganz speziellen Leinwand, die für mich in Kalifornien maßgefertigt wird. Bei der Farbe benutze ich ausschließlich Öle auf Wasserbasis für eine dicke, „butterige“ Wirkung – die brauchen oft zwei oder drei Jahre, bis sie ganz getrocknet sind. Mein wichtigstes Instrument ist ein Spachtel. Ich benutze immer die gleiche Größe, egal wie groß das Gemälde ist. 

 

Wer kauft Ihre Gemälde?

Meine Käufer kommen von überall auf der Welt – gerade erst habe ich ein 1 x 1.50 Meter großes Gemälde nach Singapore verschickt. Familien aus Australien, Großbritannien, Dubai, Spanien, Chile usw. zählen zu meinem Kundenkreis. 

 

Und wie geht es in Zukunft weiter? Werden Sie bei dem Motiv Pferd bleiben?

Meine Inspiration kann sich jederzeit ändern. Ich bin gerade umgezogen und habe mir vorgenommen, mich ab jetzt noch mehr auf meine Arbeit zu konzentrieren und tatsächlich weniger, aber dafür intensiver und tiefgründiger zu malen. Vielleicht wende ich mich mit einem neuen Ansatz auch wieder meinem ursprünglichen Motiv – dem Menschen – zu. Oder auch abstrakten Blumen. Die Musik, das Malen und das Schreiben sind ein Teil von mir und das wird immer so bleiben. 

Werbung